Familien Godi am 10.5. entfällt

Aufgrund der immer noch geltenden Ausgangsbeschränkungen kann der für den 9.5. geplante Familiengottesdienst leider nicht stattfinden.
Das ist sehr schade, sollte es doch ein anderer Gottesdienst als sonst werden ….abends am Spielplatz im Fabergut….mit Lagerfeuer.
Ob der für den 12.7. geplante Familiengottesdienst an der Locher Quelle stattfinden kann, können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen.
Wenn wir näheres wissen, werden wir es an dieser Stelle mitteilen.
Übergangsweise machen wir gerne auf ein digitales Kindergottesdienstangebot der EKD Kigo-Verbände aufmerksam.
Die Kigos finden sonntags um 10 Uhr auf www.kirchemitkindern-digital.de statt. Jede Woche gestaltet ein anderer Verband den Gottesdienst.
Jeden Donnerstag um 18 Uhr gibt es dort ein Abendgebet.
Auch alle bisher gesendeten Kigos erscheinen auf der o.a. Seite.
Schauen Sie doch dort mal rein.
Weitere Termine von Mai bis Trinitatis finden sie im Flyer.
Möchten Sie weitere Anregungen zur Gestaltung der momentanen Situation, in der alle Veranstaltungen bei uns entfallen?
Dann melden Sie sich gerne unter sj-jugendarbeit@gmx.de
Einmal die Woche versendet Kerstin Schäfer einen Newsletter.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Andacht für Sonntag Jubilate

Herzlichen Willkommen heute am Sonntag Jubilate.
Ihr ahnt es schon, worum es heute geht: um den Weinstock.

Vor einem Jahr haben unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden Weinstöcke bekommen.

Ich sehe sie noch, wie sie vorne am Altar stehen – ein ganzer Weinberg voll wogendem Grün. Schön war das, so frisch und hoffnungsvoll. Letzten Sonntag hätten sie Konfirmation gehabt, nächsten Sonntag wäre Jubelkonfirmation geplant gewesen. Ich finde das so unglaublich schade und traurig, dass wir diese Feste nicht feiern können und verschieben müssen. So vieles kann nicht stattfinden: Chöre, Seniorennachmittage, Freizeiten; Gottesdienste sind nun ja wieder möglich, aber mit großen Einschränkungen, mit Mundschutz, ohne Abendmahl, richtige Freude über die ersten zaghaften Erleichterungen mag sich da bei mir nicht einstellen.

Und ich spüre, wie die Freude des Sonntags Jubilate mir nicht so recht über die Lippen kommen will. Ich fühle mich ehr kraftlos und fruchtlos.

Und dann schau ich diesen Weinstock hier an. Alt ist er, schon ganz verholzt und knorrig und doch: er treibt erstes Grün. Die Blätter, vor kurzem noch nicht zu sehen, entfalten sich, und es werden auch heuer wieder Reben wachsen, Trauben reifen dürfen und auch dieser alte, knorrige Weinstock wird Frucht bringen.

Jesus vergleicht sich mit einem Weinstock wenn er sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringet viel Frucht. (Johannesevangelium, Kapitel 15,Vers 5)

 Und er sagt dies seinen Jüngern zu, auch nicht an einem Jubeltag, sondern an einem Tag, als er die Jünger auf seinen Abschied vorbereitet. „Wenn ich weggehe, dann bleibt zusammen“, sagt er. „Geht nicht auseinander, sonst wird eure Botschaft kraftlos und alles, wofür ich gelebt habe und gestorben bin, wird verdorren. Nein, bleibt verbunden mit mir und untereinander, damit das Leben weitergeht. Damit die frohe Botschaft sich ausbreitet, Menschen inspiriert und Frucht bringt.“

Eigentlich ganz einfach: Dranbleiben, verbunden bleiben mit dem Weinstock und mit den anderen Reben. Ein schönes Bild. Wir, die Reben werden alle durchströmt mit der Lebenskraft, die der Weinstock seinen Reben schenkt, ganz selbstverständlich, ganz automatisch geschieht das. Wenn die Reben mit dem Weinstock verbunden sind, werden sie versorgt mit allem, was sie zum Leben brauchen. Verbunden mit Christus wächst auch uns das zu, was wir zum Leben brauchen: Widerstandskraft, die Fähigkeit zu lieben, zu verzeihen, die Lebensfreude, der Mut, die Geduld, auch Zeiten der Dürre auszuhalten. Verbunden mit dem Weinstock werden die Reben die Kraft bekommen, die sie brauchen. Verbunden zu bleiben mit dem auferstanden Christus, im Hören auf sein Wort, im Gebet, in der Stille, im Gespräch mit anderen, das wird etwas mit uns machen, das wird uns verändern, ganz selbstverständlich, das geht gar nicht anders.

Und das macht mir bewusst, ich bin nicht die einzige Rebe am Weinstock des Herrn. Die Reben sind untereinander verbunden. Wir merken in diesen Tagen wie wichtig es ist, die Verbundenheit aufrecht zu erhalten mit den Menschen, die uns brauchen, die wir lieben, die auf uns angewiesen sind, oder auf die wir angewiesen sind. Wir Menschen brauchen einander, wir brauchen die Gemeinschaft. Wir können alleine nicht überleben.

Wie groß wird die Freude sein, wenn wir dann wirklich wieder miteinander an einem Tisch sitzen dürfen. Wenn wir das Fest des Lebens feiern dürfen und vom Wein der Freude trinken dürfen, der niemals zu Neige geht.

Gehen Sie behütet in die neue Woche!

Ihre Pfrin. Birgit Winkler

Lied: Ich bin der Weinstock (KAA Nr. 076)

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben,
Früchte könnt ihr bringen nur durch mich.
Wenn ihr in mir bleibt, schenk ich euch Leben.
Meine treuen Jünger segne ich.

Und die Früchte, die wir bringen,
sollen unsere Taten sein:
Helfen und teilen, gut sein und trösten
können wir mit Jesus nur allein.

Wer nicht in mir bleibt, kann nichts vollbringen,
keine gute Tat, kein gutes Wort.
So wie die Rebe ohne den Weinstock
keine Früchte bringt und dann verdorrt.

Wenn ihr in mir bleibt, habt ihr das Leben.
Bittet, worum immer ihr auch wollt.
Dann wird mein Vater euch alles geben,
dass ihr seine Huld erfahren sollt

Der gute Hirte – Andacht zum Sonntag Miserikordias Domini

Es gibt so viele Bilder für Gott: Gott als Licht, als Burg, als Mutter oder Vater, als Glucke, die ihre Küken unter ihren Flügeln birgt. Ein Bild hat für mich eine ganz besondere Kraft, zu trösten. Das ist das Bild, das unser heutiger Sonntag in den Blick nimmt: Das Bild des guten Hirten.

Ein Bild, das mich von früher Kindheit an begleitet. Gott als Hirte, der für seine ihm anvertrauten Schafe sorgt. Der sie zu grüner Weide führt. Der darauf bedacht ist, dass sie satt werden an Leib und Seele. Der sie beschützt vor wilden Tieren, vor Feinden, die ihnen schaden wollen. Der in den Härten des Lebens bei ihnen ausharrt. Bei Wind und Wetter, in Sturm und Regen, in Hitze und Dürre. Der sich kümmert, wenn eines krank wird. Und der alles unternimmt, um ein Schaf, das sich verlaufen hat, wieder zurückzuholen.

Das Bild des Hirten, der sein Schäfchen in seinem Arm birgt, erzählt mir von Gott, der mich genauso in seinen Arm beschützt und bewahrt in Zeit und Ewigkeit.

Und es berührt mich immer wieder neu. Der Psalm 23 beschreibt genau diese Erfahrung von Geborgenheit, Schutz und Vertrauen in wunderbaren Worten:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Wie oft haben wir diesen Psalm gebetet: An Geburtstagen voller Dankbarkeit, dass Gott mich bewahrt hat auf dem Weg durchs Leben: Er weidet mich auf grüner Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele.

An Krankenbetten ringend um dem Trost dieser Worte: Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn bist du bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Wenn ich mich verlaufen hab, meinen Weg verloren, nicht weiß, wie es weitergehen soll: Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und das Vertrauen wächst: Gott wird mir einen neuen Weg zeigen, den ich gehen kann.

In Situationen, in denen ich mich von Feinden umgeben erfahre, gemobbt, kleingemacht, ausgegrenzt: Du breitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Und ich atme auf. Erhebe mein Haupt. Spüre meine Würde. Und fühle mich liebevoll angeschaut und berührt.

An Sterbebetten, am Grab: Als Worte, die einen neuen Horizont eröffnen und ich in der Tiefe spüre, dass es stimmt: Mir kann nichts Schlimmes geschehen: Denn ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Mögt Ihr dies auch erfahren, dass ihr behütet und bewahrt seid vom guten Hirten in Zeit und Ewigkeit.

Eure Pfrin. Birgit Winkler

 

Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch
im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Auffahren mit Flügeln wie Adler – Andacht zum Sonntag Quasimodogeniti

Hebt eure Augen in die Höhe und seht!
Wer hat all dies geschaffen?
Er führt ihr Heer vollzählig heraus
und ruft sie alle mit Namen;
seine Macht und starke Kraft ist so groß,
dass nicht eins von ihnen fehlt.
Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst:
„Mein Weg ist dem Herrn verborgen,
und mein Recht geht an meinem Gott vorüber?“
Weißt du nicht? Hast du nicht gehört?
Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat,
wird nicht müde noch matt,
sein Verstand ist unausforschlich.
Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.
Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen;
aber die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler,

dass sie laufen und nicht matt werden,
dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40, 26-31)

 

Hebt die Augen und seht!

So ruft der Prophet Jesaja es seinem Volk Israel zu. 80 Jahre im Exil in Babylon. Fern von der Heimat. Fern vom Tempel, dem steingewordenen Ort der Gegenwart Gottes. Abgeschnitten von allem, woran das Herz hing. Müde waren sie geworden, matt, der Glaube ganz klein und verzagt. Und sie fragen sich: Wie können wir den Glauben an Gott hier in der Fremde leben?  Der Tempel in Jerusalem liegt in Trümmern am Boden. Wer weiß, ob wir jemals wieder zurückkehren dürfen? Und ob wir dann die Kraft haben werden, wieder ganz von vorne anzufangen?

Wir wissen heute auch noch nicht, wann dieser durch die Corona Krise bedingte Shutdown beendet sein wird, wann wir wieder Gottesdienst feiern dürfen in unseren Kirchen. Wie das alles weitergehen kann, wenn der ganze Spuk vorbei sein wird. Und wir werden nach sechs Wochen Ausgangsbeschränkungen auch langsam müde und fragen: Hey Gott, hast du uns vergessen? Ist es dir egal, wenn so viele Menschen jetzt um ihre Existenz bangen müssen, wenn die Gewalt in Familien zunimmt, weil die Konflikte eskalieren. Siehst du nicht, wenn Menschen in den Alten – und Pflegeheimen sich einsam fühlen, weil sie keinen Besuch von ihren Angehörigen bekommen können, oder ihren letzten Weg unbegleitet antreten müssen? Wo bist du, Gott?

Hebt die Augen und seht! ruft uns Jesaja zu.

Ich wende meinem Blick weg von dem, was mich herunterziehen will, was meinen Gang müde und schleppend macht.
Und ich hebe die Augen auf und sehe.
Ich sehe die Werke der Schöpfung, und staune über diese Wunder, die Gott tut. Einfach so. Geschenkt. Mir und dir. Jeden Tag neu.
Ich sehe den Himmel über mir, die Weite,
und ich atme die Luft, die ich mit allem Lebendigen teile.

Hey Mensch, weißt du nicht, dass du Teil dieser Schöpfung Gottes bist? Gesehen, geliebt, beim Namen gerufen. Niemals würde Gott dich vergessen.

Und ich sehe den Vogelflug.
Der Adler, der sich erhebt,
alle Erdenschwere hinter sich lässt.
Er vertraut sich dem Wind an, der Strömung der Luft.
Leicht und schwerelos gleitet er dahin.

Die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft,
dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.

Und ich bitte: Gott lass mich vertrauen,
dass deine Kraft mich trägt. Jeden Tag neu. Amen.

 

Wie kann ich spielen im fremden Land?
Abspringen ins Unvertraute?
die Sicherungen lösen
und die Hände öffnen?

Wohin fallen die Töne meines Liedes?
Wer fängt mein Lachen auf?
Ist alles offen
und kein Gegenüber?

Spielen ohne Sicherung,
Singen ins Offene
und lachen,
weil die Hoffnung wächst.

(Ruth Nickel)

Brannte nicht unser Herz? – Ostermontag

Ostermontag 2020 Emmaus

(Holzschnitt von Schmidt-Rottluff)

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Ein schier unglaublicher Satz! Und wenn wir uns schwer tun, daran zu glauben, dass da einer von den Toten aufersteht, dann sind wir in guter Gesellschaft.

Die Jüngerinnen und Jünger konnten es erst auch nicht glauben. Da gehen zwei wieder zurück in ihre alte Heimat, nach Emmaus. Sie sind traurig, sprechen kaum miteinander, jeder in seinen Gedanken versunken.
Da tritt ein Fremder zu ihnen und fragt: „Warum seid ihr denn so traurig?“
„Was, du weißt nicht, was in Jerusalem passiert ist? Sie haben unseren Herrn und Freund Jesus umgebracht!“
Und dann erzählen sie, was sie mit ihm alles erlebt haben. Dass, wenn er sprach, Menschen heilte, die Ärmsten und ja, die unmöglichsten Leute um sich versammelt hat, es so war, als stünde der Himmel ein bisschen offen.
Und wie unendlich traurig und enttäuscht sie nun seien, dass das alles vorbei sei. Es sei nun alles so sinnlos geworden.
Und der Fremde hört zu, fragt nach: Ja glaubt ihr denn nicht, dass Gott auch das Schlimmste und Schwerste, ja auch den Tod in die Hand nehmen kann, um ihn zu verwandeln?
Und während sie so reden und erzählen, da war es ihnen, als würde ihr Herz etwas leichter.
Und als die Sonne untergeht und sie bei einer Herberge angekommen sind, bitten sie den Fremden bei ihnen zu bleiben.
Und während sie so am Tisch sitzen und der Fremde mit ihnen das Brot bricht, da gehen ihnen mit einem mal die Augen auf und sie erkennen, wer da die ganze Zeit mit ihnen gegangen ist: Jesus, er lebt!Und in diesem Moment, als sie ihn erkennen und festhalten wollen, ist er entschwunden.

„Brannte nicht unser Herz, als er mit uns redete?“ fragen sie sich:

Wann brannte ihr Herz? Wann haben Sie das gespürt, dass der lebendige Herr Sie berührt und ermutigt hat?
Vielleicht als Sie erfuhren: Meine Trauerwege sind nicht sinnlos. Ich bleibe mit dem verstorbenen Menschen verbunden. Für die Liebe ist der Tod keine Grenze.
Diese Momente, in denen sie leichter geatmet haben, als sie sich plötzlich geborgen und getragen fühlten. Wo Sie es wirklich tief in ihrem Herzen so empfunden haben: Ich bin geliebt, gewollt und bejaht von dem Schöpfer des Lebens. Nichts und niemand, weder Engel, Mächte noch Gewalten, weder Tod noch irgendetwas, was uns jetzt noch Angst macht, kann uns trennen von der Liebe Gottes.
Weder Anklagen noch Selbstanklagen, keine Schuld, kein Versagen kann uns trennen von der Liebe Gottes, die den Tod besiegt.

Vergnügt, erlöst, befreit, so dürfen wir unseren Weg gehen.

Jetzt hält sie nichts mehr, sie rennen den ganzen Weg nach Jerusalem zurück, um es den anderen zu sagen: Jesus lebt! Der Tod hat ihn nicht halten können!

Und er wird auch keinen von uns jemals halten können!

Ein frohes Osterfest!

Ihre Pfrin. Birgit Winkler

 

Ich bin vergnügt
erlöst
befreit
Gott nahm in seine Hände meine Zeit.
Mein Fühlen Denken
Hören Sagen
Mein Triumphieren
Und Verzagen
Das Elend
Und die Zärtlichkeit

Was macht, dass ich so fröhlich bin
In meinem kleinen Reich
Ich sing und tanze her und hin
Vom Kindbett bis zur Leich

Was macht, dass ich so furchtlos bin
An vielen dunklen Tagen
Es kommt ein Geist in meinen Sinn
Will mich durchs Leben tragen

Was macht, dass ich so unbeschwert
Und mich kein Trübsinn hält
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
Wohl über alle Welt

(Hanns Dieter Hüsch)